
Die Bibliothek wurde im und nach dem Zweiten Weltkrieg von Federico Caproni aufgebaut, der zusammen mit seinem Bruder Gianni das Luftfahrtunternehmen „Industrie Aeronautiche Caproni“ gründete.
Federico Caproni war ein großer Freund der Agrarwissenschaften. In den 30er Jahren erwarb er ein riesiges Stück Land in der Nähe von Vizzola Ticino, auf dem er intensive Bodenverbesserungsmaßnahmen durchführte und das unbearbeitete Land in ein Vorzeigeanwesen verwandelte. Es gelang ihm, auch in einer industrialisierten Generation ein lebhaftes Interesse für Theorie und Praxis des Ackerbaus zu wecken.
In der mehr als 5000 Bände umfassenden Sammlung wurde dann auch dem Thema der Urbarmachung und der Bodenbewirtschaftung in Zeiten einer Autarkie viel Raum gegeben.
Die gesamte Sammlung ist relativ linear aufgebaut, da neben einer ansehnlichen Reihe seltener und unersetzlicher Werke zur Geschichte der Landwirtschaft, bei denen es sich um Ausgaben aus der Zeit zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert handelt („Les œuvres“ von Buffon, „Le cours complet d’agriculture“ von Rozier, „Le cultivateur anglais“ von Arthur Young, das 1830 in Florenz herausgegebene 30-bändige „Dizionario delle scienze naturali“), auch eine Sammlung jüngeren Datums darin enthalten ist, die aus Texten des 20. Jahrhunderts einschließlich der Werke der wichtigsten Theoretiker und fachlich bewanderten Agronomen des 20. Jahrhunderts besteht.
Die zahlreichen Zeitschriften sind entsprechend ihrer Seriennummer geordnet und sehr gut erhalten. Die beachtliche, in mehreren Behältern aufbewahrte Heftesammlung umfasst hunderte Ausgaben, die die unterschiedlichsten Probleme eines landwirtschaftlichen Betriebs behandeln: beginnend bei der Zucht von Stall- und Hoftieren bis hin zum Betrieb landwirtschaftlicher Anwesen sowie kleinerer Gutshöfe.
Der Fondo Caproni ist folglich eine wertvolle Quelle der geschichtlichen und technischen Dokumentation und zeugt von der intellektuellen Neugier und den Interessen eines Protagonisten seiner Zeit, der sich sowohl durch unternehmerisches Geschick auszeichnete als auch kulturell bewandert war.